zondag 9 maart 2014

Judith Hermann – Zigaretten

Eine Rezension von Studentin Lizanne Stekelenburg. Eine Rezension über eine Geschichte, keine normale Geschichte, aber eine kleine, kurze Geschichte. Eine Geschichte, die der Autorin nicht vergessen wird. Und vielleicht eine Geschichte, die wir auch nicht vergessen sollten.

Die Geschichte handelt sich von der  Erzählerin, die erzählt wie sie die Geschichte von ihrem Freund erfahren hat. Eine Geschichte von ihrem Freund, was passiert war, bevor er sie kennengelernt hat. Er hat ihr nämlich erzählt, wie es war, als er Abschied von seiner Freundin genommen hat und das er zu diesem Zeitpunkt seine Zigaretten vergessen hat. Seine Zigaretten, die tatsächlich noch da waren, wo er die Zigaretten hingelegt hat. Er ist zurück gefahren nach dem Punkt, wo er seine Zigaretten hingelegt hat.

„Ich habe mir eine angezündet, das Päckchen in die Hosentasche gesteckt und bin nach Hause gefahren.“

A. - Alexanderplatz und natürlich: die Zigaretten. 

In Bezug auf den Titel der Kurzgeschichte könnte man anfangs annehmen, dass die Geschichte sich tatsächlich um die Zigaretten handelt. Oder…
Ich glaube, dass es sich in der Geschichte um die Gedanken von der Ich-Erzählerin handelt. Die eigentliche Geschichte kann man in vielleicht drei Sätze erzählen, aber ich glaube, dass die Gedanken von der Ich-Erzählerin wichtig sind. Wie hat die Ich-Erzählerin die Geschichte erfahren und warum hat sie die Geschichte nie vergessen?  
Diese Kurzgeschichte zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Formen der Erzählerrede sich abwechseln. Ein Erzähler muss nicht ständig vom Ablauf des Geschehens erzählen, sondern er kann die Handlung auch für eine gewisse Zeit ruhen lassen. Das passiert sehr oft in dieser Kurzgeschichte. In diesen Handlungspausen wird ihre Redeweise dann gestaltet, indem sie Kommentare oder Beschreibungen über das Geschehen in der Geschichte einbaut. In dieser Kurzgesichte sind die Kommentare und Beschreibungen sogar länger als die „wirkliche“ Geschichte.
  
            Beispiel von Kommentar der Erzählerrede in der Geschichte:
„Er sieht sehr schön aus, herzzerreißend schön, so kann er nicht ausgesehen haben. Ich erinnere mich deutlich an das Gefühl, das ich hatte, als er mir das Foto zeigte, an meine Traurigkeit darüber, ihn nicht schon damals, nicht schon immer gekannt zu haben.“

Beispiel von einer Beschreibung in der Geschichte:
„Er hatte eine Lehre hinter sich und die Armee, er war vom Land nach Berlin gekommen wie alle anderen auch, er wohnte damals in der Marie-Currie-Allee., (…).“

Die Geschichte hat mir wirklich gefallen, beziehungsweise dass man sehen kann wie man eine Geschichte nicht vergessen kann. Und wie wichtig manchmal eine kleine, kurze Geschichte sein kann. Ich meine, wie wichtig manchmal die Geschichte „um“ die Geschichte sein kann. Es geht hier nicht tatsächlich um die kurze Geschichte was der Freund ihr erzählte hatte, sondern es geht hier um ihre Gefühle für ihren Freund. Eine wichtiger und schöner Satz aus der Geschichte, wie ich ja auch finde ist: 
„Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“
Ich glaube, dass der Satz erzählt worum es eigentlich in der Geschichte geht.


Wie unterschiedlich eine Geschichte, eine Erinnerung, in Gedächtnis bleiben kann.

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